Energieausweis: Vorausschauend planen und den Verbrauch senken

Johanna Köhle Energiewende, Produkte

Diese schreibt die schrittweise Einführung von Energieausweisen vor, die künftig Kauf- und Mietinteressenten Daten zur Energieeffizienz von Gebäuden liefern und so bei der Kauf- oder Mietentscheidung unterstützen sollen. Die Vorlage eines Energieausweises wird für Wohngebäude, die bis einschließlich 1965 errichtet wurden, schon ab 1. Juli 2008 zur Pflicht. Für alle neueren Wohngebäude muss spätestens zum 1. Januar 2009 ein Energieausweis vorgelegt werden. Mieter und Käufer können nun künftig auf einen Blick sehen, wo Energiefallen lauern, die schnell zur zweiten Miete werden können. "Durch die Nutzung erneuerbarer Energien lässt sich die Energiebilanz von Gebäuden optimieren. Die Immobilien gewinnen dadurch für Miet- und Kaufinteressenten an Attraktivität", so Michael Preißel, Geschäftsführer des Solarsystemanbieters MP-TEC.
Erneuerbare Energien bieten zahlreiche Möglichkeiten, die Energiebilanz von Gebäuden umweltfreundlich und dauerhaft zu optimieren. Gleichzeitig machen sich Verbraucher unabhängig von fossilen Brennstoffen und den damit einhergehenden Preissteigerungen. So können platzsparende und langlebige Vakuumröhrenkollektoren, wie der VRK 12 von MP-TEC, zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung genutzt werden. Röhrenkollektoren sind dabei um ein Vielfaches effektiver als Flachkollektoren.
Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie in Strom um, der selbst genutzt oder erneut ins Netz eingespeist werden kann. Gesetzlich festgelegte Einspeisevergütungen, die ein Mehrfaches des Bezugspreises von Strom betragen, machen Photovoltaikanlagen besonders attraktiv.
Beim Energieausweis wird zwischen dem Bedarfs- und Verbrauchsausweis unterschieden. Der Bedarfsausweis enthält objektive Aussagen zur Gebäude- und Anlagenqualität, ganz unabhängig vom Nutzerverhalten. Der Verbrauchsausweis ist einfacher zu erstellen und daher kostengünstiger, da die Daten lediglich auf den aktuellen Energieverbrauch des jeweiligen Bewohners dokumentieren. Beide Ausweise haben jeweils eine Gültigkeit von bis zu zehn Jahren, sofern keine Modernisierungen vorgenommen werden, die auf die Energieeffizienz des Gebäudes Einfluss haben. In diesem Fall muss nach erfolgter Sanierung ein neuer Energieausweis erstellt werden, um die optimierten Werte den Käufern und Mietern gegenüber nachweisen zu können.
Eigentümer und Vermieter können sich jetzt noch ein Jahr lang, unabhängig von Baujahr und Größe des Gebäudes, zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis entscheiden und so die höheren Kosten für den Bedarfsausweis umgehen. Ab 1. Oktober 2008 dürfen für Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, nur noch Bedarfsausweise ausgestellt werden. Die Wohnungswirtschaft, die in der Regel Gebäude mit mehr als fünf Wohnungen verwaltet, kann bei diesen größeren Gebäuden generell auf den preiswerten Verbrauchsausweis zurückgreifen. Schlechte Dämmung, veraltete Heizanlagen und ineffizientes Energiemanagement schlagen sich jedoch bei beiden Ausweisarten negativ auf die Bilanz nieder.
Daher sollten Vermieter und Eigentümer schon jetzt – vor verpflichtender Ausstellung der Energieausweise – prüfen, wie die Energiebilanz ihrer Gebäude optimiert werden kann, um den Wert der Immobilie für künftige Käufer und Mieter zu steigern. Die novellierte Fassung der EnEV sieht zudem vor, dass der Energieverbrauch in Gebäuden zunächst bis zu 30 Prozent gesenkt werden soll,
eine weitere Absenkung soll 2012 folgen. Ein Gesetzesentwurf des Bundesministeriums beabsichtigt, dass Hauseigentümer 15 Prozent in
Neubauten und zehn Prozent in älteren Gebäuden aus alternativen Energien gewinnen sollen. Laut Michael Preißel von MP-TEC profitieren vor allem die Verbraucher davon, da sie künftig auf Grund der vorgeschriebenen Modernisierung mit weniger Energieverbrauch rechnen können.

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