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Heizen ohne Strom: Wärmequellen bei Stromausfall und im Notfall

Fast jede moderne Heizung braucht Strom - auch die, die mit Gas oder Öl arbeitet. Ohne Umwälzpumpe und Steuerung bleibt sie kalt.

HeizenLesedauer 6 Min.

Brennender Kaminofen in einem dunklen Wohnraum

Heizen ohne Strom ist keine Nischenfrage mehr. Der Grund ist bauartbedingt: Eine Gastherme braucht Strom für Umwälzpumpe, Gebläse und Regelung, eine Wärmepumpe ohnehin. Fällt die Versorgung aus, steht die Anlage still, unabhängig davon, ob Brennstoff vorhanden ist.

Wärmequelle ohne Strom: was bei einem Stromausfall tatsächlich funktioniert

Es bleiben drei Kategorien. Feuerstätten wie Kaminofen, Holzofen oder Kachelofen arbeiten vollständig autark, brauchen aber einen Schornstein und eine Abnahme durch den Schornsteinfeger. Brennstoffbetriebene Einzelgeräte wie Petroleum- oder Gasheizer laufen ohne Netz, verbrauchen dabei aber Sauerstoff und erzeugen Feuchtigkeit und Abgase. Und schließlich die passiven Maßnahmen, die keine Wärme erzeugen, sondern vorhandene halten.

Eine Wärmequelle ohne Strom ist damit fast immer eine Verbrennung - mit allem, was daran hängt. Das ist der Punkt, an dem die Auswahl zur Sicherheitsfrage wird und nicht zur Komfortfrage.

Zusatzheizung Wohnung ohne Strom: die Sicherheitsgrenze

Jedes Gerät, das in einem Wohnraum ohne Abgasführung verbrennt, gibt Kohlenmonoxid ab. Das Gas ist geruchlos und wirkt schneller, als die meisten Menschen erwarten. Wer eine Zusatzheizung Wohnung ohne Strom einsetzt, braucht deshalb zwei Dinge zwingend: regelmäßige Querlüftung und einen Kohlenmonoxidmelder mit gültigem Prüfdatum.

Ausdrücklich nicht geeignet sind Holzkohlegrills, Campingkocher als Dauerwärmequelle und alle Geräte, die für den Außenbereich gekennzeichnet sind. Diese Kombination ist die häufigste Ursache tödlicher Vergiftungen bei Stromausfällen.

Ein Kohlenmonoxidmelder ist kein Rauchmelder und ersetzt ihn nicht. Rauchmelder reagieren auf Partikel, CO-Melder auf ein Gas, das keine Partikel bildet. Wer brennstoffbetriebene Geräte im Innenraum nutzt, braucht beide.

Wandhängender Heizkessel mit Kupferleitungen
Auch eine Gastherme steht ohne Strom still - Pumpe, Gebläse und Regelung sind elektrisch.

Kleine Heizung ohne Strom für einen Raum

Der wirksamste Ansatz ist nicht, die Wohnung zu heizen, sondern einen Raum. Ein einzelner Raum mit geschlossenen Türen, abgedichteten Fensterfugen und einer Decke vor der Tür hält Wärme um ein Vielfaches länger als eine offene Wohnung.

Eine kleine Heizung ohne Strom in Form eines Petroleumheizers mit 2 bis 3 Kilowatt reicht für einen solchen Raum aus. Größere Geräte bringen in einem abgedichteten Zimmer keinen zusätzlichen Nutzen, verbrauchen aber mehr Sauerstoff.

Für Heizgeräte für Wohnung ohne Strom gilt außerdem: Brennstoff muss sicher gelagert werden. Petroleum und Flüssiggas gehören nicht in die Wohnung, sondern in einen belüfteten, frostfreien Nebenraum.

Natürliche Wärmequellen im Notfall und was der Körper selbst liefert

Vier Maßnahmen wirken sofort und kosten nichts. Alle Personen in einen Raum, weil jeder Mensch etwa 100 Watt Wärme abgibt. Türen zu ungenutzten Räumen schließen. Rollläden und Vorhänge nach Sonnenuntergang schließen, weil ein ungedämmtes Fenster ein Vielfaches der Wandfläche verliert. Und tagsüber die Südseite öffnen, solange die Sonne hereinscheint.

Diese natürlichen Wärmequellen heizen nicht, sie verlangsamen das Auskühlen - und genau das entscheidet in den ersten vierundzwanzig Stunden. Ein durchschnittlich gedämmtes Gebäude verliert ohne Heizung etwa ein bis zwei Grad pro Tag, ein gut gedämmtes weniger.

Im Notfall zählt nicht die höchste Leistung, sondern die Reihenfolge: erst den Wärmeverlust bremsen, dann eine Wärmequelle wählen, die ohne Netz läuft. Ein Stromausfall über mehrere Stunden ist damit eine Frage der Vorbereitung, keine der Ausrüstung.

Essen warm halten ohne Strom

Für essen warm halten ohne Strom gelten zwei Möglichkeiten. Ein Gaskocher mit Kartusche funktioniert, gehört aber wegen der Abgase an ein geöffnetes Fenster oder auf den Balkon. Eine Thermoskanne und eine Kochkiste - ein isolierter Behälter, in dem einmal aufgekochtes Essen nachgart - brauchen dagegen gar keine zweite Wärmequelle.

Warme Getränke wirken auf das Kälteempfinden stärker, als ihr tatsächlicher Energiegehalt vermuten ließe, und sie halten die Flüssigkeitsaufnahme aufrecht, die in kalten Räumen oft sinkt.

Heizen ohne Strom und Gas

Fehlt beides, bleiben Feuerstätten mit fester Brennstoffversorgung und passive Maßnahmen. Heizen ohne Strom und Gas heißt in der Praxis: Holz oder Briketts in einem abgenommenen Ofen, ansonsten Wärmeerhalt. Ein Vorrat für mehrere Tage gehört dann trocken und außerhalb des Wohnraums gelagert.

Wer keinen Ofen hat und keinen nachrüsten kann, sollte den Schwerpunkt vollständig auf Isolation und einen einzelnen warmen Raum legen. Das ist unspektakulär, aber es ist die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.

  1. Verluste bremsenTüren, Vorhänge
  2. Ein RaumKernzone
  3. Wärmequellenetzunabhängig
  4. Lüftenkurz und quer

Jede offene Flamme im Innenraum braucht Frischluft - das ist die harte Sicherheitsgrenze.

Die Reihenfolge bei einem Stromausfall: Verluste bremsen, Raum verkleinern, Wärme erzeugen, kontrolliert lüften.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Funktioniert eine Gasheizung bei Stromausfall?

In aller Regel nicht. Umwälzpumpe, Gebläse und Regelung brauchen Strom. Ohne Netz bleibt die Therme kalt, auch wenn Gas anliegt.

Ist ein Petroleumheizer in der Wohnung erlaubt?

Geräte mit entsprechender Zulassung für Innenräume ja, unter zwei Bedingungen: regelmäßige Querlüftung und ein Kohlenmonoxidmelder. Geräte, die für den Außenbereich gekennzeichnet sind, gehören nie in einen Wohnraum.

Wie schnell kühlt eine Wohnung ohne Heizung aus?

Ein durchschnittlich gedämmtes Gebäude verliert etwa ein bis zwei Grad pro Tag, ein gut gedämmtes deutlich weniger. Entscheidend sind Fenster und Luftdichtheit, nicht die Wandstärke.

Wie viel Wärme gibt ein Teelichtofen wirklich ab?

Ein Teelicht liefert rund 30 bis 40 Watt. Auch acht Stück zusammen bleiben unter 350 Watt - weniger als ein Mensch im Ruhezustand plus ein Laptop. Der Tonaufsatz speichert die Wärme und gibt sie gleichmässiger ab, er erzeugt aber keine zusätzliche.

Welche Rolle spielt Kleidung gegenüber Heizen?

Eine sehr grosse, weil sie am eigenen Körper ansetzt statt an 40 Kubikmetern Raumluft. Zwei Lagen plus Mütze und Wollsocken verschieben das Behaglichkeitsempfinden um etwa vier bis fünf Grad Raumtemperatur - mehr, als jede netzunabhängige Wärmequelle in einem Wohnzimmer schafft.