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Klimaanlage Raumgröße bestimmen: BTU, kW und m² richtig berechnen

Die Kühlleistung ist die einzige Zahl, die vor dem Preis kommt. Zu klein kühlt nie aus, zu groß taktet und verbraucht mehr - beides kostet Geld.

AuslegungLesedauer 8 Min.

Leerer Raum bei Nacht, vermessen mit einem Laserentfernungsmesser

Die passende Klimaanlage Raumgröße zu bestimmen ist keine Geschmacksfrage. Ein Gerät, das zu klein ist, läuft dauerhaft auf Volllast und erreicht die Zieltemperatur nie. Ein Gerät, das zu groß ist, kühlt in wenigen Minuten herunter, schaltet ab, springt wieder an - und verliert bei diesem Takten genau die Effizienz, für die es gekauft wurde.

BTU in Kilowatt umrechnen

Klimageräte werden international in BTU pro Stunde angegeben, in Deutschland meist in Kilowatt. Die Umrechnung ist fest: 1 Kilowatt entspricht 3412 BTU pro Stunde. Daraus ergeben sich die Klassen, die im Handel tatsächlich vorkommen.

Leistungsklassen, Umrechnung und Richtwert für die Raumgröße
BTU/hKühlleistunggut gedämmt (60 W/m²)ungünstig (100 W/m²)
90002,6 kWbis 43 m²bis 26 m²
120003,5 kWbis 58 m²bis 35 m²
180005,3 kWbis 88 m²bis 53 m²
240007,0 kWbis 117 m²bis 70 m²

Die Frage Klimaanlage 12000 BTU Raumgröße lässt sich damit beantworten: 3,5 Kilowatt reichen für 35 bis 58 Quadratmeter - die Spanne ist so breit, weil sie vollständig vom Gebäude abhängt und nicht vom Gerät. Dieselbe Rechnung gilt eine Klasse tiefer, wo die Klimaanlage 2 5 kW Raumgröße bei 25 bis 40 Quadratmetern liegt, und eine Klasse höher, wo 18000 BTU bis 88 Quadratmeter tragen. Wer die Frage nach der Klimaanlage 12000 BTU Raumgröße ohne Angabe zu Dämmung und Ausrichtung gestellt bekommt, kann sie nicht seriös beantworten.

Der Richtwert je m² und was ihn verschiebt

Als Ausgangspunkt gelten 60 bis 100 Watt Kühlleistung je Quadratmeter Wohnfläche bei 2,5 Metern Raumhöhe. Der untere Wert gilt für einen gut gedämmten Raum nach Norden mit kleinen Fenstern, der obere für ein Dachzimmer nach Süden mit großer Glasfläche.

Fünf Faktoren verschieben den Wert nach oben, und sie addieren sich:

  • Fensterfläche und Ausrichtung. Ein unverschattetes Südfenster lässt an einem Sommertag mehrere hundert Watt je Quadratmeter Glas herein - der größte Einzelposten überhaupt.
  • Dachlage. Ein Raum direkt unter einem ungedämmten Dach nimmt über die Decke ein Vielfaches dessen auf, was eine Außenwand durchlässt.
  • Raumhöhe. Über 2,5 Meter wird nicht die Fläche, sondern das Volumen maßgeblich - bei 3,2 Metern etwa ein Viertel mehr.
  • Innere Lasten. Jede Person gibt rund 100 Watt ab, ein Rechnerarbeitsplatz 150 bis 300, ein großer Fernseher 100 bis 200.
  • Offene Türen. Ein Raum, der zum Flur hin offen steht, ist rechnerisch kein Raum mehr, sondern die halbe Wohnung.

Grundfläche mal Richtwert, dann die inneren Lasten addieren. Ein Wohnzimmer mit 28 Quadratmetern, Südfenster und Fernseher: 28 × 90 W = 2520 W, plus 200 W Elektronik, plus 200 W für zwei Personen = rund 2,9 Kilowatt. Gewählt wird die nächstliegende Klasse, hier 3,5 Kilowatt - nicht die übernächste.

Klimaanlage Raumgröße berechnen: der Fall 2,5 kW

Die 2,5-Kilowatt-Klasse ist die meistverkaufte, weil sie den typischen deutschen Schlaf- oder Arbeitsraum abdeckt. Als Faustwert liegt die Klimaanlage 2 5 kW Raumgröße bei 25 bis 40 Quadratmetern, im ungünstigen Fall deutlich weniger. Für ein Dachzimmer nach Süden mit 25 Quadratmetern ist sie bereits knapp bemessen.

Die Berechnung Klimaanlage Raumgröße für mehrere Zimmer funktioniert nicht durch Addieren. Zwei Räume, die nie gleichzeitig gekühlt werden, brauchen kein Gerät mit der Summe beider Leistungen - hier ist eine Multi-Split-Anlage mit passender Aufteilung günstiger als ein überdimensioniertes Einzelgerät.

Warum größer nicht besser ist

Ein überdimensioniertes Gerät hat drei konkrete Nachteile. Es taktet, weil es die Zieltemperatur erreicht, bevor der Inverter in seinen effizienten Arbeitsbereich kommt - jeder Start kostet zusätzlich Energie. Es entfeuchtet schlechter, weil die Laufzeit zu kurz ist, um nennenswert Kondensat abzuscheiden, und ein kühler, feuchter Raum fühlt sich unangenehmer an als ein etwas wärmerer, trockener. Und es ist lauter, weil grössere Geräte auch auf niedriger Stufe mehr Luft bewegen.

Die Umkehrung gilt ebenso: Ein zu kleines Gerät läuft dauerhaft auf Volllast, wird nie leise und hält die Zieltemperatur an Hitzetagen trotzdem nicht. Der Auslegungsfehler nach unten ist seltener, aber teurer, weil er sich nur durch einen Austausch beheben lässt.

Von der berechneten Klimaanlage Raumgröße zur Bauart

Erst wenn die Klimaanlage Raumgröße in Kilowatt umgerechnet ist, wird die Bauart interessant. Die Berechnung Klimaanlage Raumgröße steht damit immer vor der Frage nach Split oder Monoblock. Bis etwa 3,5 Kilowatt ist ein Single-Split-Gerät der Normalfall. Ab zwei zu kühlenden Räumen wird eine Multi-Split-Anlage mit einem gemeinsamen Außengerät wirtschaftlicher als zwei getrennte Anlagen - und optisch verträglicher, weil nur eine Einheit an der Fassade hängt.

Wer stattdessen zu einem Monoblockgerät greift, sollte die berechnete Leistung nach oben korrigieren: Ein Monoblock führt über den Abluftschlauch warme Luft ab, die durch Undichtigkeiten von aussen nachströmt, und arbeitet dadurch effektiv gegen einen Teil seiner eigenen Leistung an.

  1. Flächem² und Höhe
  2. KühllastWatt je m²
  3. LeistungkW oder BTU
  4. Gerätpassende Grösse

1 kW Kälteleistung entspricht rund 3.412 BTU pro Stunde.

Von der Raumfläche über die Kühllast zur Kälteleistung und schliesslich zur Gerätegrösse.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viele BTU brauche ich für 20 m²?

Bei 60 bis 100 Watt je Quadratmeter sind das 1200 bis 2000 Watt, also 4100 bis 6800 BTU pro Stunde. In der Praxis wird die 9000-BTU-Klasse mit 2,6 Kilowatt gewählt, weil darunter kaum Geräte angeboten werden.

Für welche Raumgröße reicht eine 2,5-kW-Klimaanlage?

Als Faustwert 25 bis 40 Quadratmeter. Bei Dachlage, grosser Südfensterfläche oder mehreren Personen im Raum liegt die Obergrenze deutlich niedriger.

Kann man die Leistung mehrerer Räume einfach addieren?

Nein. Räume, die nie gleichzeitig gekühlt werden, brauchen nicht die Summe. Eine Multi-Split-Anlage wird auf die Gleichzeitigkeit ausgelegt, nicht auf die Summe der Einzelleistungen.

Was passiert, wenn das Gerät zu gross ausgelegt ist?

Es erreicht die Zieltemperatur zu schnell, schaltet ab und startet kurz darauf erneut. Dieses Takten kostet Effizienz, entfeuchtet die Luft kaum noch - weil die Entfeuchtung Laufzeit braucht - und belastet den Verdichter. Zu gross ist deshalb kein Sicherheitszuschlag, sondern ein Fehler.

Wie stark verändern Fenster und Dachlage die Kühllast?

Erheblich. Ein Südfenster ohne Aussenbeschattung bringt an einem Sommertag mehrere Hundert Watt je Quadratmeter Glasfläche ein, ein Dachgeschoss unter einer aufgeheizten Dachfläche noch einmal deutlich mehr. Die Fläche allein ist deshalb nur der Ausgangspunkt der Rechnung.