Die Wärmepumpe Kosten lassen sich nur sinnvoll beantworten, wenn man drei Blöcke trennt: das Gerät, den Einbau samt Anpassung der bestehenden Anlage, und - bei Erd- oder Wasserquellen - die Erschliessung. Angebote, die alles in einer Summe nennen, sind untereinander nicht vergleichbar.
Die drei Kostenblöcke
| Block | Was dazugehört | Was ihn treibt |
|---|---|---|
| Gerät | Wärmepumpe, Regelung, Pufferspeicher, Warmwasserspeicher | Bauart, Leistung, Kältemittel, Speichergrössen |
| Einbau | Aufstellung, Hydraulik, Elektro, Inbetriebnahme, Abgleich | Zustand der Altanlage, Leitungswege, Zählerplatz |
| Erschliessung | Bohrung, Kollektorfläche oder Brunnen | nur bei Sole- und Wasser-Wärmepumpen; Genehmigung und Geologie |
Eine Luft-Wasser-Anlage hat keinen dritten Block - das ist der Hauptgrund, warum sie die verbreitetste Bauart ist. Eine Erdsonde bringt die bessere Jahresarbeitszahl mit, verlangt aber eine Bohrung, deren Preis mit der Tiefe und der Geologie steigt und die genehmigt werden muss.
Wärmepumpe Kosten mit Einbau: was Angebote auseinandertreibt
Bei gleicher Geräteleistung liegen Angebote regelmässig weit auseinander, und fast immer an denselben vier Stellen.
- Heizkörper und Hydraulik. Muss die Vorlauftemperatur gesenkt werden, kommen grössere Heizkörper in den kritischen Räumen dazu. Das ist im Bestand der grösste Einzelposten nach dem Gerät - und die Massnahme mit der besten Wirkung auf die Betriebskosten.
- Speicher. Pufferspeicher und Warmwasserspeicher werden in Paketpreisen gern klein gerechnet. Ein zu kleiner Puffer führt zu Takten, ein zu kleiner Warmwasserspeicher zu häufigem Nachheizen bei ungünstiger Arbeitszahl.
- Elektroanschluss. Eigener Stromkreis, gegebenenfalls Erweiterung des Zählerschranks, bei einem separaten Wärmepumpentarif ein zweiter Zählerplatz.
- Aufstellung des Aussengeräts. Fundament oder Konsole, Schwingungsdämpfer, Kondensatableitung, bei Schallauflagen zusätzlich eine Einhausung.
Ein Angebot ist erst dann vergleichbar, wenn die geplante Vorlauftemperatur darin steht. Sie ist die einzige Zahl, die Anschaffung und Betrieb miteinander verbindet: Wer sie durch grössere Heizkörper um zehn Grad senkt, zahlt einmal mehr und danach jedes Jahr rund ein Viertel weniger Strom.
Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb immer die Wärmepumpe Kosten mit Einbau nebeneinanderlegen und nicht die Gerätepreise - die Spanne entsteht fast vollständig in der Montage.
Kosten Wärmepumpe Einfamilienhaus: die Gesamtrechnung
Für eine belastbare Einordnung zählt nicht die Investition allein, sondern die Summe aus Investition, Förderung und zwanzig Jahren Betrieb. Der Betriebsanteil ergibt sich aus dem Jahresstrombedarf, und der wiederum aus Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl.
Ein Beispiel mit 15 000 Kilowattstunden Wärmebedarf: Bei einer Arbeitszahl von 3,0 sind das 5000 Kilowattstunden Strom im Jahr, bei 4,0 nur 3750. Die Differenz von 1250 Kilowattstunden entspricht bei 30 Cent rund 375 Euro jährlich - über zwanzig Jahre also 7500 Euro. Diese Zahl ist bei den meisten Angeboten grösser als der Preisunterschied zwischen den verglichenen Geräten.
Genau deshalb ist die Frage nach den Kosten Wärmepumpe Einfamilienhaus ohne die Jahresarbeitszahl unvollständig. Die günstigere Anschaffung ist regelmässig die teurere Anlage.
Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn sie denselben Umfang beschreiben. Hilfreich ist eine feste Liste, die bei jedem Angebot abgehakt wird: Heizlastberechnung, Aussen- und Inneneinheit, Hydraulik samt Pufferspeicher, Elektroanschluss mit eigenem Zähler, Fundament, Demontage und Entsorgung der Altanlage, Inbetriebnahme und Einregulierung. Fehlt ein Punkt, ist das Angebot nicht günstiger, sondern unvollständig.
Was die Förderung an der Rechnung ändert
Ein Zuschuss senkt die Investition, nicht den Verbrauch. Er verkürzt damit die Zeit, bis die jährliche Ersparnis gegenüber der Altanlage die Mehrkosten eingeholt hat - die jährliche Ersparnis selbst bleibt gleich.
Für die Reihenfolge heisst das: erst die Vorlauftemperatur planen, dann das Gerät auswählen, dann den Antrag stellen, dann beauftragen. Wer wegen eines Zuschusses schneller unterschreibt als geplant, riskiert beides - eine schlechtere Auslegung und, bei einem Auftrag vor dem Antrag, den Anspruch selbst.
Über zwanzig Jahre gerechnet entscheiden die laufenden Posten mehr über die Bilanz als der Anschaffungspreis.
Ein Teil der Preisspanne entsteht schon vor dem Angebot, nämlich bei der Heizlastberechnung. Wird sie nach Norm erstellt, ergibt sich für ein saniertes Einfamilienhaus oft eine kleinere Wärmepumpe als über die Faustformel aus dem alten Kesselwert. Jede Leistungsstufe nach oben kostet Geld, verschlechtert bei Teillast die Arbeitszahl und vergrössert die Aussenanlage. Die Berechnung ist damit der billigste Posten im Projekt und derjenige mit dem grössten Hebel.
Laufende Kosten neben dem Strom
Neben dem Verbrauch fallen jährlich eine Wartung und, je nach Kältemittelmenge, eine Dichtheitsprüfung an. Beides ist überschaubar, gehört aber in die Rechnung - unter anderem, weil Herstellergarantien auf den Verdichter häufig an eine nachgewiesene jährliche Wartung geknüpft sind.
Hinzu kommt der Ersatz von Verschleissteilen über die Laufzeit. Eine Wärmepumpe hält bei ordentlicher Auslegung 15 bis 20 Jahre; der Verdichter ist das Bauteil, dessen Lebensdauer am stärksten davon abhängt, wie oft die Anlage taktet - also erneut von der Auslegung.
