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Klimaanlage: Bauarten, Stromverbrauch und Kaufkriterien im Überblick

Split, Monoblock oder gar kein Kältekreis - die Bauart entscheidet über Verbrauch, Lautstärke und darüber, ob eine Anlage überhaupt in die Wohnung passt.

ThemenseiteLesedauer 4 Min.

Innengerät einer Split-Klimaanlage an einer dunklen Wohnzimmerwand bei Nacht

Eine Klimaanlage kühlt, indem sie Wärme aus dem Raum aufnimmt und nach draußen abgibt. Alles Weitere - Bauart, Verbrauch, Lautstärke, Montageaufwand - folgt aus der Frage, wo dieser Wärmetausch stattfindet.

Die drei Bauarten und wofür sie taugen

Bei einer Split-Anlage sitzt der Verdichter außen. Das macht sie leise, effizient und dauerhaft - kostet aber eine Kernbohrung, einen zertifizierten Fachbetrieb und bei Eigentumswohnungen häufig eine Zustimmung. Sie ist die einzige Bauart, die im Winter zuverlässig heizen kann.

Ein Monoblockgerät hat alles in einem Gehäuse und führt die warme Luft über einen Schlauch nach draußen. Es ist sofort einsatzbereit und braucht keine Genehmigung, verbraucht dafür etwa das Doppelte und ist deutlich lauter, weil der Verdichter im Raum steht.

Ein Turmventilator hat gar keinen Kältekreis. Er senkt die gefühlte Temperatur durch Luftbewegung, die gemessene bleibt gleich. Für Räume, die grundsätzlich kühl zu halten sind, reicht das oft - für eine aufgeheizte Dachwohnung nicht.

Was die Auswahl tatsächlich bestimmt

Drei Fragen entscheiden vor jedem Preisvergleich. Darf gebohrt werden? Ohne Zustimmung des Eigentümers scheidet die Split-Anlage aus. Soll die Lösung dauerhaft sein? Ab etwa drei bis vier Sommern kippt die Rechnung zugunsten der Split-Anlage, weil der Verbrauchsunterschied den höheren Anschaffungspreis aufholt. Und soll im Winter geheizt werden? Dann führt kein Weg an einem Splitgerät vorbei.

Erst danach lohnt der Blick auf Kühlleistung und SEER-Wert - und beide sind aussagekräftiger als der Buchstabe auf dem Energielabel.

Bauformen und Designs im Überblick

Innerhalb der Split-Bauart gibt es mehrere Gehäuseformen, und sie unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern in der Luftführung und damit im Komfort.

Innengeräte: Bauform, Luftführung und typischer Einsatz
BauformMontageEignung
Wandgerätoben an der WandStandardfall; günstigste Variante, Luftstrom von oben
Truhen- oder Bodengerätunten an der Wandgut, wenn oben Dachschrägen oder Fenster stören; angenehmer im Heizbetrieb
Deckenkassettein der abgehängten Deckegleichmäßige Verteilung in vier Richtungen; braucht Deckenhohlraum
Kanalgerätunsichtbar hinter der Deckeoptisch neutral; Planung nur im Neubau oder bei Sanierung sinnvoll
Design-Wandgerätoben an der Wandflache Fronten, teils in Farbe oder mit Glasblende; Aufpreis ohne Leistungsvorteil

Für den Heizbetrieb im Winter ist die Bauform relevanter, als sie im Sommer wirkt: Warme Luft steigt auf, deshalb heizt ein Truhengerät am Boden einen Raum gleichmäßiger als ein Wandgerät knapp unter der Decke.

Verbrauch realistisch einordnen

Ein Single-Split-Gerät mit 2,5 Kilowatt Kühlleistung braucht im Mittel 0,3 bis 0,5 Kilowattstunden pro Betriebsstunde, ein mobiles Gerät etwa das Doppelte. Über eine deutsche Sommersaison summiert sich das auf grob 100 bis 200 Kilowattstunden je Raum. Das ist weniger, als die meisten erwarten - steigt aber schnell, sobald mehrere Räume dauerhaft gekühlt werden.

Der größte Einzelhebel im Betrieb ist die Zieltemperatur: Jedes Grad tiefer kostet rund sechs Prozent mehr Energie.

Was vor dem Gerätekauf zu klären ist

In Mietwohnungen ist die Kernbohrung durch die Außenwand eine bauliche Veränderung und braucht die Zustimmung des Vermieters. In Eigentumswohnungen entscheidet die Eigentümergemeinschaft, weil das Außengerät an der Fassade Gemeinschaftseigentum berührt. Beides sollte geklärt sein, bevor ein Angebot eingeholt wird - nicht danach.

Der zweite Punkt ist die Aufstellung des Außengeräts. Es braucht freien Raum ringsum, sollte am Nachmittag nicht in der prallen Sonne stehen und darf an der Grundstücksgrenze die nachts geltenden Immissionsrichtwerte nicht überschreiten. Ein Standort, der alle drei Bedingungen erfüllt, ist auf kleinen Grundstücken nicht selbstverständlich.

Der dritte Punkt betrifft den Kondensatablauf. Ein Innengerät produziert im Kühlbetrieb erhebliche Mengen Kondenswasser, das mit Gefälle abgeführt werden muss. Wo das nicht möglich ist, braucht es eine Kondensatpumpe - ein kleines Bauteil, das im Angebot fehlt und im Betrieb hörbar ist.

  1. Verdichter
  2. Kondensator
  3. Drossel
  4. Verdampfer
  5. KältekreisWärme nach aussen
Der Kältekreis einer Split-Klimaanlage: Verdichter, Kondensator, Drossel und Verdampfer im geschlossenen Kreis.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Split oder mobiles Gerät - was ist besser?

Für dauerhafte Nutzung die Split-Anlage: leiser, etwa halber Verbrauch, im Winter heizfähig. Für Mietwohnungen ohne Bohrerlaubnis oder befristete Situationen das Monoblockgerät.

Wie groß muss eine Klimaanlage sein?

Etwa 60 bis 100 Watt Kühlleistung je Quadratmeter. Ein 20-Quadratmeter-Raum liegt bei 1,2 bis 2,0 Kilowatt. Größer ist schlechter, weil das Gerät taktet statt zu modulieren.

Kann eine Klimaanlage auch heizen?

Split-Geräte mit Heizfunktion ja - sie sind technisch Luft-Luft-Wärmepumpen. Monoblockgeräte in der Regel nicht, Turmventilatoren nur mit separatem Heizelement.

Wie lange hält eine Split-Klimaanlage?

Bei jährlicher Wartung sind 12 bis 15 Jahre üblich, der Verdichter ist das begrenzende Bauteil. Was die Lebensdauer am stärksten verkürzt, ist ein zu gross ausgelegtes Gerät: es taktet ständig an und aus, und jeder Start belastet den Verdichter mehr als eine Stunde Dauerlauf.

Darf in einer Mietwohnung eine Klimaanlage installiert werden?

Ein Splitgerät braucht einen Wanddurchbruch und ein Aussengerät an der Fassade, also die Zustimmung des Vermieters. Ohne bauliche Änderung bleiben Monoblock-Geräte mit Abluftschlauch durch ein gekipptes Fenster - technisch schwächer, aber genehmigungsfrei.