Die Frage wie viele Solarmodule nötig sind, beginnt nicht auf dem Dach, sondern beim Jahresstromverbrauch. Erst danach wird geprüft, ob die gewünschte Leistung überhaupt Platz hat - und ob sie dort sinnvoll liegt.
Von Kilowatt Peak zur Modulzahl
Ein modernes Modul leistet 400 bis 450 Watt Peak und misst rund 1,75 mal 1,13 Meter, also knapp zwei Quadratmeter. Daraus folgt die verbreitete Umrechnung: ein Kilowatt Peak braucht etwa 4,5 bis 5 Quadratmeter Dachfläche und entspricht zwei bis zweieinhalb Modulen.
| Leistung | Module (à 425 Wp) | Dachfläche | Ertrag je Jahr |
|---|---|---|---|
| 5 kWp | 12 | ca. 24 m² | ca. 4 750 kWh |
| 8 kWp | 19 | ca. 38 m² | ca. 7 600 kWh |
| 10 kWp | 24 | ca. 47 m² | ca. 9 500 kWh |
| 14 kWp | 33 | ca. 65 m² | ca. 13 300 kWh |
Der Ertrag beruht auf dem deutschen Mittelwert von rund 950 Kilowattstunden je Kilowatt Peak und Jahr. Süddeutschland liegt darüber, der Norden darunter; Ausrichtung und Neigung verschieben den Wert zusätzlich.
Wie viele Solarmodule passen aufs Dach
Die Frage, wie viele Solarmodule passen, beantwortet nicht die Dachfläche allein. Abgezogen werden Randabstände, Dachfenster, Gauben, Schornsteine, Entlüftungen und die Fläche, die für Wartungswege frei bleibt. In der Praxis sind 70 bis 80 Prozent einer geeigneten Dachhälfte tatsächlich belegbar.
Bei einem Satteldach mit 60 Quadratmetern Südfläche bleiben damit rund 45 belegbare Quadratmeter - genug für etwa 9 bis 10 Kilowatt Peak.
Ausrichtung: warum nicht nur Süden zählt
Eine Südausrichtung liefert den höchsten Jahresertrag, aber konzentriert in der Mittagsspitze. Eine Ost-West-Belegung erzeugt insgesamt etwa 10 bis 20 Prozent weniger, verteilt den Ertrag jedoch über den Tag: morgens im Osten, nachmittags im Westen.
Für den Eigenverbrauch ist das oft die bessere Aufteilung, weil sie zu den tatsächlichen Verbrauchszeiten passt und die Mittagsspitze abflacht, die ohnehin überwiegend eingespeist würde. Wer eine Klimaanlage betreibt, gewinnt zusätzlich: Der Kühlbedarf zieht sich bis in den späten Nachmittag, wo eine reine Südanlage bereits abfällt.
Nicht geeignet sind reine Nordflächen. Alles zwischen Ost und West über Süd ist dagegen nutzbar - der Ertragsunterschied ist kleiner, als die verbreitete Fixierung auf Süden vermuten lässt.
Verschattung ist der teuerste Planungsfehler, weil ein einzelnes verschattetes Modul den Strang bremst, in dem es hängt. Bypass-Dioden begrenzen den Verlust, heben ihn aber nicht auf. Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter lösen das Problem elektrisch - und kosten Geld, das eine gute Planung spart.
Was Verschattung tatsächlich kostet
Die relevanten Schattenquellen sind selten das Nachbarhaus. Häufiger sind es Schornsteine, Antennen, Gauben und Bäume, die in zehn Jahren doppelt so hoch sind wie bei der Planung. Eine Verschattungsanalyse über den Jahresverlauf gehört deshalb in jedes Angebot - der Winterstand der Sonne ist deutlich flacher als der Sommerstand, und ein Schatten, der im Juni nicht existiert, kann im Dezember die halbe Fläche treffen.
Bei der Modulwahl selbst ist die Nennleistung nur eine von drei Grössen. Der Wirkungsgrad entscheidet, wie viel Leistung auf die vorhandene Fläche passt, und ist damit auf kleinen Dächern das eigentliche Kriterium. Der Temperaturkoeffizient beschreibt, wie stark die Leistung an heissen Sommertagen einbricht - bei Dachanlagen mit wenig Hinterlüftung ein spürbarer Posten. Und die Garantiezusage auf die Restleistung nach zwanzig Jahren sagt mehr über die erwartete Alterung aus als jedes Datenblatt zum Neuzustand.
Wie viele Solarmodule brauche ich für meinen Verbrauch
Die Auslegung nach Verbrauch geht so: Jahresverbrauch mal dem angestrebten Deckungsanteil, geteilt durch 950. Ein Haushalt mit 4500 Kilowattstunden, der ohne Speicher rund 30 Prozent selbst nutzen will, käme rechnerisch mit 1,5 Kilowatt Peak aus - was niemand baut, weil die Einspeisung den Rest trägt und die Anlage über ihre Lebensdauer mehr liefert, als sie kostet.
Praktisch wird deshalb die Dachfläche ausgereizt, solange sie unverschattet ist. Wer die Frage wie viele Solarmodule brauche ich stellt, meint meist die Untergrenze - und die liegt dort, wo die Anlage den eigenen Grundverbrauch tagsüber deckt. Kommt später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto dazu, verdoppelt sich der Bedarf schnell; Fläche, die heute frei bleibt, ist morgen teuer nachzurüsten.
