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Klimaanlage kaufen: worauf es beim Angebot wirklich ankommt

Der Gerätepreis ist bei einer Split-Anlage selten die Hälfte der Gesamtkosten. Was fehlt, steht nie im Angebot, sondern in der Rechnung danach.

KlimaanlageLesedauer 5 Min.

Drei Klimageräte nebeneinander an einer dunklen Wand

Klimageräte werden vor allem dann gekauft, wenn es bereits heiß ist - und das ist der Zeitpunkt, zu dem die Auswahl am kleinsten und die Preise am höchsten sind. Wer die Anschaffung in den Winter legt, hat mehr Auswahl und meist bessere Konditionen bei der Montage.

Zuerst die Kühlleistung, dann der Preis

Die wichtigste Zahl ist die Kühlleistung in Kilowatt, nicht der Preis. Als Ansatz gelten 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, abhängig von Dämmung, Fensterfläche und Himmelsrichtung. Ein Raum mit 20 Quadratmetern liegt damit bei 1,2 bis 2,0 Kilowatt.

Ein überdimensioniertes Gerät ist kein Sicherheitspuffer, sondern ein Nachteil: Es erreicht die Zieltemperatur schnell, schaltet ab, taktet und verliert dabei die Effizienz, für die es bezahlt wurde. Angebote, die pauschal zu größeren Geräten raten, verkaufen Marge, nicht Komfort.

SEER statt Energielabel-Buchstabe

Der Buchstabe auf dem Label ist eine Klassengrenze, der SEER-Wert die eigentliche Zahl. Er beschreibt das Verhältnis von Kühlleistung zu Stromaufnahme über eine gemittelte Saison. Werte über 7 sind gut, über 8 sehr gut. Zwei Geräte derselben Klasse können sich im SEER deutlich unterscheiden.

Über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren macht ein Unterschied von einem SEER-Punkt bei einem Einzelraumgerät mehrere hundert Kilowattstunden aus - oft mehr, als der Preisunterschied beim Kauf ausmacht.

Ein Split-Angebot ist erst vergleichbar, wenn Gerät, Montage, Kernbohrung, Leitungslänge, Wandhalterung, Kondensatablauf, Inbetriebnahme und Entsorgung des Altgeräts darin enthalten sind. Fehlt einer dieser Posten, fehlt er nicht im Preis, sondern in der Rechnung.

Was Aktionspreise regelmäßig ausklammern

Vier Posten fehlen in Aktionsangeboten besonders häufig. Die Kernbohrung durch die Außenwand, die je nach Wandaufbau erheblich variiert. Zusätzliche Leitungslänge über die im Paket enthaltenen Meter hinaus. Die Wand- oder Bodenkonsole für das Außengerät. Und die Inbetriebnahme durch einen zertifizierten Betrieb, die bei Kältemittelkreisläufen vorgeschrieben ist.

Bei mobilen Monoblockgeräten ist die Lage einfacher, dort fehlt meist nur ein brauchbares Fensterabdichtungsset - das aber über einen erheblichen Teil der tatsächlichen Kühlleistung entscheidet.

Übersicht der Kaufkriterien: Entscheidungsbaum Split, Monoblock oder Turmventilator, Funktionsprinzip, Bauformen der Innengeräte und Vergleich der drei Bauarten
Die Kaufentscheidung auf einen Blick: Entscheidungsbaum, Funktionsprinzip, Bauformen und der Vergleich der drei Bauarten.

Wie wirtschaftlich das Gerät über die Laufzeit ist

Der Kaufpreis ist bei einer Klimaanlage der kleinere Teil der Gesamtkosten, sobald sie mehrere Sommer läuft. Entscheidend ist das Verhältnis aus Anschaffung, Verbrauch und Lebensdauer.

Ein Rechenbeispiel über zehn Jahre für einen Raum: Ein Splitgerät verbraucht rund 150 Kilowattstunden je Saison, bei 30 Cent also etwa 45 Euro im Jahr oder 450 Euro über die Laufzeit. Ein Monoblockgerät liegt bei etwa dem Doppelten, also rund 900 Euro. Die Differenz von 450 Euro holt den höheren Anschaffungs- und Montagepreis der Split-Anlage in vielen Fällen ein - und sie steigt mit jedem Cent Strompreis und jedem zusätzlichen Hitzetag.

Wer eigene Photovoltaik hat, verschiebt die Rechnung noch einmal: Dann wird der Kühlstrom nicht mit dem Bezugspreis von rund 30 Cent verrechnet, sondern mit der Einspeisevergütung, die ein Bruchteil davon beträgt. Genau diese Differenz ist der Ertrag, nicht der Solarertrag selbst.

Split oder mobil: die Entscheidung vor dem Preisvergleich

Ein Monoblockgerät kostet in der Anschaffung deutlich weniger, verbraucht im Betrieb aber etwa das Doppelte und ist hörbar lauter. Es lohnt sich für Mietwohnungen ohne Zustimmung zur Wandbohrung, für einzelne Räume und für befristete Situationen.

Eine Split-Anlage rechnet sich ab etwa drei bis vier Sommern Nutzung, arbeitet leiser und kann im Winter heizen. Sie setzt aber eine Bohrung, einen Fachbetrieb und bei Eigentumswohnungen häufig einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft voraus.

Diese Frage sollte vor jedem Preisvergleich beantwortet sein, weil sie die beiden Angebotstypen unvergleichbar macht.

Lautstärke ist ein Kaufkriterium, kein Detail

Der Schalldruckpegel steht in jedem Datenblatt und wird beim Kauf fast nie beachtet. Bei einem Gerät im Schlafzimmer entscheidet er über die Nutzung: Ein Innengerät mit 19 bis 22 Dezibel auf niedriger Stufe bleibt nachts unauffällig, ein Monoblock mit 50 bis 65 Dezibel steht im Zimmer wie ein laufender Staubsauger auf kleiner Stufe.

Zu prüfen sind immer zwei Werte: der Pegel des Innengeräts auf der niedrigsten Stufe und der des Außengeräts. Der zweite ist bei Reihenhäusern und dichter Bebauung relevant, weil Nachbarschaftsbeschwerden über Außeneinheiten ein häufiger Streitpunkt sind - und weil örtliche Immissionsrichtwerte nachts deutlich strenger sind als tagsüber.

Garantie und Wartung mitrechnen

Herstellergarantien auf den Verdichter laufen häufig länger als auf das Gesamtgerät, gelegentlich aber nur bei nachgewiesener jährlicher Wartung. Diese Bedingung steht in den Garantiebestimmungen und nicht im Angebot. Wer sie übersieht, hat im Schadensfall eine Garantie, die formal nicht greift.

Eine jährliche Wartung kostet einen überschaubaren Betrag und verlängert die Lebensdauer messbar. Sie sollte in der Gesamtrechnung stehen, nicht als Überraschung im zweiten Betriebsjahr auftauchen.

Wartung, Garantie und Lebensdauer

Eine Split-Anlage braucht jährlich eine Sichtprüfung, eine Reinigung der Wärmetauscher und eine Kontrolle der Kältemittelfüllung. Der Aufwand ist überschaubar, gehört aber in die Gesamtrechnung - unter anderem, weil Herstellergarantien auf den Verdichter häufig an eine nachgewiesene jährliche Wartung geknüpft sind. Diese Bedingung steht in den Garantiebestimmungen und nicht im Angebot.

Die Lebensdauer liegt bei ordentlicher Auslegung zwischen 12 und 20 Jahren. Das Bauteil, das darüber entscheidet, ist der Verdichter - und seine Lebensdauer hängt vor allem davon ab, wie oft die Anlage taktet. Ein überdimensioniertes Gerät altert schneller als ein passend ausgelegtes, obwohl es weniger arbeitet.

Bei einer Störung ist die erste Frage, ob sie den Kältekreis betrifft. Elektronik, Lüfter und Sensoren tauscht jeder Fachbetrieb; alles am Kältekreis darf nur ein Betrieb mit Sachkundenachweis öffnen. Ein Anlagenprotokoll aus der Inbetriebnahme verkürzt jede Fehlersuche erheblich, weil die Sollwerte dokumentiert sind.

Genehmigungen und Zustimmungen

Für ein Klimagerät ist in der Regel keine Baugenehmigung nötig. Was nötig ist, sind Zustimmungen: In der Mietwohnung ist die Kernbohrung eine bauliche Veränderung und braucht die Erlaubnis des Vermieters, am besten schriftlich. In der Eigentumswohnung entscheidet die Eigentümergemeinschaft, weil das Außengerät an der Fassade Gemeinschaftseigentum berührt.

Hinzu kommen die örtlichen Immissionsrichtwerte für den Schall an der Grundstücksgrenze - sie sind kein Genehmigungsverfahren, aber der Maßstab, an dem sich eine Beschwerde entscheidet. Und bei denkmalgeschützten Gebäuden ist die Fassade selbst der Genehmigungsgrund, unabhängig von der Technik.

Kältemittel und was sich rechtlich ändert

Die europäische F-Gase-Verordnung verknappt schrittweise die Menge klimawirksamer Kältemittel im Markt. Geräte mit dem lange üblichen R410A werden dadurch teurer und im Service aufwendiger, während R32 mit deutlich geringerem Treibhauspotenzial zum Standard geworden ist.

Für einen Kauf heißt das: Ein besonders günstiges Angebot für ein Gerät mit veraltetem Kältemittel spart heute Geld und kostet es später beim Nachfüllen. Das verwendete Kältemittel steht im Datenblatt und ist eine der wenigen Angaben, die sich über die gesamte Lebensdauer auswirken.

  1. Kälteleistungpassend zum Raum
  2. SEEREffizienzklasse
  3. KältemittelGWP-Wert
  4. Montageim Preis?
  5. GarantieLaufzeit

Ein Preis ohne Montage ist kein Preis, sondern eine Anzahlung.

Die fünf Kriterien, an denen sich ein Angebot tatsächlich messen lässt.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Kauf?

Im Winter und im Frühjahr. Im Hochsommer sind Auswahl und Montagekapazitäten am geringsten und die Preise am höchsten.

Wie groß muss die Kühlleistung sein?

Etwa 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, abhängig von Dämmung, Fensterfläche und Ausrichtung. Größer ist nicht besser - ein überdimensioniertes Gerät taktet und verliert Effizienz.

Was fehlt in den meisten Split-Angeboten?

Kernbohrung, zusätzliche Leitungslänge, Konsole für das Außengerät und die Inbetriebnahme. Ohne diese Posten ist ein Preis nicht vergleichbar.

Welche Rolle spielt das Kältemittel beim Kauf?

Es bestimmt die künftige Verfügbarkeit von Service und Nachfüllung. Geräte mit R32 sind heute Standard und haben einen deutlich niedrigeren Treibhauswert als das ältere R410A. Bei sehr günstigen Restposten lohnt der Blick aufs Typenschild, bevor der Preis überzeugt.

Sind Multi-Split-Angebote günstiger als mehrere Einzelgeräte?

Beim Gerätepreis oft ja, bei der Montage selten: die Leitungen mehrerer Innengeräte müssen zu einem Aussengerät geführt werden, was Wege und Durchbrüche vervielfacht. Der Vorteil liegt dort, wo nur ein Aussengerät zulässig oder gewünscht ist.