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Photovoltaik: Ertrag, Eigenverbrauch und passende Anwendungen

Eine Photovoltaikanlage rechnet sich nicht über den Ertrag, sondern über den Anteil, der im eigenen Haus verbraucht wird.

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Photovoltaikmodule auf einem Satteldach zur blauen Stunde

Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in Strom. Der Ertrag ist gut vorhersagbar, der wirtschaftliche Nutzen dagegen hängt an einer Frage, die mit der Anlage selbst nichts zu tun hat: Wie viel des erzeugten Stroms wird im eigenen Haus verbraucht, statt eingespeist zu werden?

Welcher Ertrag realistisch ist

In Deutschland liefert eine Anlage im Mittel etwa 950 Kilowattstunden je Kilowatt Peak und Jahr. Süddeutschland liegt darüber, Norddeutschland darunter, und Ausrichtung sowie Neigung verschieben den Wert um bis zu zwanzig Prozent. Eine Ost-West-Anlage erzeugt insgesamt etwas weniger als eine Südanlage, verteilt den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag - was dem Eigenverbrauch zugutekommt.

Die Verteilung über das Jahr ist die entscheidende Einschränkung: Rund siebzig Prozent fallen zwischen April und September an. Im Dezember erzeugt dieselbe Anlage etwa ein Zehntel des Junierstrags.

Warum der Eigenverbrauch über die Wirtschaftlichkeit entscheidet

Eine eingespeiste Kilowattstunde bringt wenige Cent Vergütung. Eine selbst verbrauchte spart den vollen Bezugspreis von rund dreißig Cent. Die Differenz ist der eigentliche Ertrag der Anlage - und sie entsteht nur, wenn Verbrauch und Erzeugung zeitlich zusammenfallen.

Ohne besondere Maßnahmen liegt der Eigenverbrauchsanteil eines Haushalts bei 25 bis 35 Prozent. Wer Verbraucher gezielt in die Mittagsstunden legt, kommt deutlich höher, ganz ohne Speicher.

Welche Anwendungen am besten passen

Die Kühlung ist der ideale Fall: Der Bedarf folgt fast derselben Tages- und Jahreskurve wie die Erzeugung. Ein Elektrofahrzeug passt, wenn es tagsüber zu Hause steht. Warmwasserbereitung über einen Heizstab ist einfach umzusetzen und verschiebt Energie in einen Speicher, der ohnehin da ist.

Die Heizung passt am schlechtesten, weil Bedarf und Ertrag jahreszeitlich gegenläufig sind. Das spricht nicht gegen die Kombination, aber gegen die Erwartung, sie decken zu können.

Wichtig ist auch die Reihenfolge der Investitionen. Wer Photovoltaik, Speicher, Wallbox und Wärmepumpe gleichzeitig plant, bindet viel Kapital an einem Punkt, an dem der eigene Verbrauch noch gar nicht gemessen ist. Sinnvoller ist es, mit der Anlage zu beginnen, ein Jahr lang die tatsächliche Erzeugung und den Eigenverbrauch aufzuzeichnen und die weiteren Bausteine danach zu dimensionieren. Die Zahlen aus dem eigenen Haushalt schlagen jede Planungsannahme.

Verschattung ist der teuerste Planungsfehler

Ein einzelnes verschattetes Modul kann den Ertrag eines ganzen Strangs senken, weil die Zellen in Reihe geschaltet sind. Moderne Module begrenzen das über Bypass-Dioden, und Modulwechselrichter oder Optimierer heben die Verschaltung ganz auf - beides kostet aber Geld, das eine gute Planung spart.

Die relevanten Verschattungsquellen sind selten das Nachbarhaus. Häufiger sind es Schornsteine, Antennen, Dachgauben und Bäume, die in zehn Jahren doppelt so hoch sind wie bei der Planung. Eine Verschattungsanalyse über den Jahresverlauf gehört deshalb in jedes Angebot.

Zur Planung gehört auch der Netzanschluss. Anlagen bis 30 Kilowatt Peak werden beim Netzbetreiber angemeldet, nicht genehmigt, aber der Zählerplatz muss die Anforderungen erfüllen - bei älteren Verteilungen ist das der Punkt, an dem ein zusätzlicher Posten entsteht. Ebenso gehört die Anlage ins Marktstammdatenregister, und zwar innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme.

Was die Anlage im Betrieb braucht

Photovoltaik gilt als wartungsarm, und das stimmt weitgehend. Zwei Dinge lohnen trotzdem: eine gelegentliche Ertragskontrolle gegen die Prognose, weil ein ausgefallener Strang sonst monatelang unbemerkt bleibt, und eine Sichtprüfung der Verkabelung. Reinigung ist in Mitteleuropa bei ausreichender Neigung meist überflüssig, weil Regen das übernimmt.

  1. ModuleGleichstrom
  2. WechselrichterUmwandlung
  3. ZählerMessung
  4. HausEigenverbrauch
  5. NetzÜberschuss

Jede Kilowattstunde, die im Haus bleibt, ist etwa dreimal so viel wert wie eine eingespeiste.

Der Weg des Solarstroms von den Modulen über den Wechselrichter und den Zähler ins Haus und ins Netz.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viel Strom liefert eine Photovoltaikanlage?

Im deutschen Mittel etwa 950 Kilowattstunden je Kilowatt Peak und Jahr. Ausrichtung und Neigung verschieben das um bis zu zwanzig Prozent, die Region um etwa zehn.

Lohnt sich ein Speicher?

Er hebt den Eigenverbrauch von etwa 30 auf 60 bis 70 Prozent - allerdings vor allem in der Übergangszeit. Im Hochwinter überbrückt ein Hausspeicher Stunden, keine Wochen.

Süd- oder Ost-West-Ausrichtung?

Süd liefert den höheren Jahresertrag, Ost-West die gleichmäßigere Tagesverteilung. Für einen hohen Eigenverbrauch ist Ost-West häufig die wirtschaftlichere Wahl.

Wie lange hält eine Photovoltaikanlage?

Module werden mit 25 bis 30 Jahren Leistungsgarantie verkauft und liefern danach meist noch rund 80 Prozent. Das kürzere Bauteil ist der Wechselrichter: hier sind 10 bis 15 Jahre üblich, ein Austausch gehört in jede Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Was ist bei der Anmeldung der Anlage zu tun?

Zwei Schritte: die Anmeldung beim Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme und die Eintragung im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats danach. Beides erledigt in der Regel der Installateur, verantwortlich bleibt aber der Betreiber.