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Wärmepumpe mit Photovoltaik: Kosten, Vergleich und Erfahrungen

Eine Wärmepumpe verbraucht dann am meisten, wenn die Photovoltaikanlage am wenigsten liefert. Diese Verschiebung ist der Kern jeder ehrlichen Rechnung.

WärmepumpeLesedauer 8 Min.

Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe neben einer Hauswand

Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik gilt als naheliegende Kombination: eigener Strom, eigene Wärme, keine Verbrennung. Die Technik passt tatsächlich zusammen. Der Zeitverlauf tut es nur bedingt, und daran scheitern die meisten Amortisationsrechnungen, die man im Netz findet.

Photovoltaik und Wärmepumpe: warum die Jahreszeit das Problem ist

Eine Photovoltaikanlage liefert in Deutschland etwa siebzig Prozent ihres Jahresertrags zwischen April und September. Geheizt wird zwischen Oktober und März. Im Dezember erzeugt dieselbe Anlage rund ein Zehntel dessen, was sie im Juni erzeugt - bei gleichzeitig höchstem Wärmebedarf.

Der direkte solare Deckungsgrad einer Heizungswärmepumpe liegt deshalb ohne Speicher meist bei 20 bis 30 Prozent. Mit einem Batteriespeicher üblicher Größe steigt er auf 30 bis 40 Prozent, nicht weiter - ein Hausspeicher überbrückt Stunden, keine Monate.

Das ist kein Argument gegen die Kombination. Es ist ein Argument dafür, sie richtig zu begründen: Die Photovoltaikanlage senkt die Heizkosten spürbar, deckt sie aber nicht.

Wärmepumpe und Photovoltaik im Vergleich der Bauarten

Der entscheidende Kennwert heißt Jahresarbeitszahl. Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden - über ein ganzes Jahr, nicht unter Prüfbedingungen.

Bauarten, Jahresarbeitszahl und bauliche Voraussetzungen
SystemJahresarbeitszahlVoraussetzungEinordnung
Luft-Wasser3,0-4,0Aufstellfläche außenkeine Bohrung, günstigste Anschaffung, im Winter am schwächsten
Sole-Wasser (Erdsonde)4,0-5,0Bohrung, Genehmigungkonstant über das Jahr, hohe Erschließungskosten
Sole-Wasser (Flächenkollektor)3,8-4,5große unbebaute Flächegünstiger als Bohrung, braucht Grundstück
Wasser-Wasser4,5-5,5Brunnen, Wasserrechthöchste Effizienz, seltenste Genehmigung
Luft-Luft (Splitgerät)3,0-4,5keineheizt einzelne Räume, kein Warmwasser

Beim Blick auf Photovoltaik und Wärmepumpe im Zusammenspiel verschiebt sich die Rangfolge leicht. Eine Erdwärmepumpe hat im Winter die stabilere Arbeitszahl, braucht also weniger Strom genau dann, wenn kaum Solarstrom da ist. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe verliert im Februar am meisten - und muss diesen Strom vollständig zukaufen.

Jahresheizbedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt den Strombedarf. Ein Haus mit 15 000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einer Arbeitszahl von 3,5 braucht rund 4300 Kilowattstunden Strom im Jahr. Bei einer Arbeitszahl von 4,5 sind es 3300 - eine Differenz von rund 300 Euro jährlich.

Kosten Wärmepumpe mit Photovoltaik

Die Kosten Wärmepumpe mit Photovoltaik setzen sich aus zwei Investitionen zusammen, die getrennt zu bewerten sind. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau liegt je nach Gebäude und Hydraulik im mittleren fünfstelligen Bereich, eine Erdsonde deutlich darüber, weil die Bohrung allein einen erheblichen Anteil ausmacht.

Die Photovoltaikanlage rechnet sich über den gesamten Haushaltsstrom, nicht nur über die Heizung. Wer die Wärmepumpe mit Photovoltaik Kosten sauber gegenüberstellen will, vergleicht deshalb nicht die Gesamtinvestition mit der Heizkostenersparnis, sondern die Differenz zwischen Bezugspreis und Einspeisevergütung für jede selbst genutzte Kilowattstunde.

Hinzu kommt ein Detail, das oft übersehen wird: Wärmepumpenstrom kann über einen separaten Zähler zu einem günstigeren Tarif bezogen werden, dafür darf der Versorger den Betrieb zeitweise sperren. Dieser Tarif konkurriert direkt mit dem Eigenverbrauch und kann ihn wirtschaftlich unattraktiver machen.

Aussengerät einer Luft-Wärmepumpe neben einem Sondenkopf im Rasen
Im Februar verliert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe am meisten Arbeitszahl.

Wärmepumpe mit Photovoltaik und Stromspeicher

Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik und Stromspeicher ist die teuerste und zugleich am häufigsten empfohlene Variante. Der Speicher verschiebt Erzeugung um Stunden, nicht um Monate - er hebt den Deckungsgrad in der Übergangszeit deutlich, im Hochwinter kaum.

Wirkungsvoller als Batteriekapazität ist in vielen Fällen ein größerer Pufferspeicher auf der Wärmeseite. Wärme lässt sich billiger speichern als Strom: Ein 800-Liter-Puffer kostet einen Bruchteil einer Batterie und nimmt an einem sonnigen Wintertag mehrere Kilowattstunden auf, die abends wieder abgegeben werden.

Wärmepumpe mit Photovoltaik Erfahrungen aus dem Betrieb

Berichte aus dem laufenden Betrieb und Experten-Tests decken sich in drei Punkten. Erstens liegt die tatsächliche Jahresarbeitszahl fast immer unter dem Prospektwert, meist um 0,3 bis 0,8 - vor allem, weil die Warmwasserbereitung mit höheren Temperaturen arbeitet als die Heizung. Zweitens bringt eine niedrigere Vorlauftemperatur mehr als jedes Zubehör: Jedes Grad weniger verbessert die Arbeitszahl um etwa 2,5 Prozent. Drittens fällt der Solarertrag im Winter regelmäßig hinter die Erwartung zurück, weil Verschattung und flacher Sonnenstand in den Planungswerkzeugen zu optimistisch angesetzt sind.

Wer diese Wärmepumpe mit Photovoltaik Erfahrungen einpreist, kommt zu realistischeren Zahlen als jede Herstellerrechnung. Die Kombination Wärmepumpe Photovoltaik bleibt sinnvoll - nur eben als Kostensenkung, nicht als Autarkie.

Als Faustregel aus dem Betrieb: Die Kombination Wärmepumpe Photovoltaik senkt die Heizkosten um grob ein Viertel bis ein Drittel. Wer mit mehr rechnet, rechnet mit einem Sommer, in dem nicht geheizt wird.

  • Luft-WasserJAZ um 3,0 bis 3,5
  • Erdreich, SondeJAZ um 4,0 bis 4,5
  • Erdreich, KollektorJAZ um 3,8 bis 4,2
  • GrundwasserJAZ um 4,5 bis 5,0

Die bessere Arbeitszahl wird mit höheren Erschliessungskosten erkauft.

Typische Jahresarbeitszahlen der vier Wärmequellen im Vergleich.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viel Photovoltaik braucht eine Wärmepumpe?

Als Orientierung gilt etwa ein Kilowatt Peak je 1000 Kilowattstunden Jahresheizbedarf. Der Deckungsgrad bleibt ohne Speicher trotzdem bei 20 bis 30 Prozent, weil Ertrag und Bedarf zeitlich auseinanderfallen.

Lohnt sich ein Stromspeicher für die Wärmepumpe?

In der Übergangszeit deutlich, im Hochwinter kaum. Ein größerer Pufferspeicher auf der Wärmeseite bringt pro investiertem Euro oft mehr als zusätzliche Batteriekapazität.

Welche Wärmepumpe passt zu einem Altbau?

Entscheidend ist die nötige Vorlauftemperatur. Liegt sie über 55 Grad, verliert jede Wärmepumpe stark an Arbeitszahl. Größere Heizkörper oder eine Flächenheizung sind dann die wirksamere Investition als ein teureres Gerät.

Wie laut ist ein Aussengerät wirklich?

Aktuelle Geräte liegen bei 45 bis 55 Dezibel in einem Meter Abstand. Entscheidend ist nicht der Katalogwert, sondern der Abstand zum Nachbarfenster und der Untergrund: eine Wand hinter dem Gerät wirft den Schall zurück und kann den Pegel am Messpunkt hörbar anheben.

Kann eine Wärmepumpe im Sommer auch kühlen?

Über die Fussbodenheizung ja, aber nur passiv und in engen Grenzen: die Vorlauftemperatur darf nicht unter den Taupunkt fallen, sonst schlägt sich Feuchtigkeit auf dem Boden nieder. Das reicht für zwei bis drei Grad, nicht für die Kühlung eines aufgeheizten Dachgeschosses.