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Wärmepumpe Stromverbrauch: Werte pro Tag, pro Jahr und je m²

Der Verbrauch einer Wärmepumpe steht auf keinem Typenschild. Er ergibt sich aus zwei Zahlen - dem Wärmebedarf des Hauses und der Jahresarbeitszahl.

WärmepumpeLesedauer 9 Min.

Gedämmte Heizungsleitungen mit Umwälzpumpe und Manometern

Der Wärmepumpe Stromverbrauch lässt sich nicht ablesen, sondern nur rechnen. Die Formel ist kurz: Jahresheizbedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt den Strombedarf. Alles Weitere sind Annahmen zu diesen beiden Größen - und genau dort entstehen die Unterschiede zwischen Prospekt und Stromrechnung.

Der Rechenweg in drei Schritten

Erstens der Wärmebedarf. Für ein Bestandshaus mit 140 Quadratmetern liegt er je nach Dämmzustand zwischen 80 und 160 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr, also grob zwischen 11 000 und 22 000 Kilowattstunden. Ein Neubau nach aktuellem Standard liegt bei 30 bis 50.

Zweitens die Jahresarbeitszahl - wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden, über ein ganzes Jahr gerechnet, inklusive Warmwasser und Abtauen.

Drittens die Division. Ein Haus mit 15 000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einer Arbeitszahl von 3,5 braucht rund 4300 Kilowattstunden Strom im Jahr.

Jahresstrombedarf nach Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl
WärmebedarfJAZ 3,0JAZ 3,5JAZ 4,0JAZ 4,5
8 000 kWh2 670 kWh2 290 kWh2 000 kWh1 780 kWh
12 000 kWh4 000 kWh3 430 kWh3 000 kWh2 670 kWh
15 000 kWh5 000 kWh4 290 kWh3 750 kWh3 330 kWh
20 000 kWh6 670 kWh5 710 kWh5 000 kWh4 440 kWh

Wärmepumpe Stromverbrauch pro Tag

Der Jahreswert verteilt sich sehr ungleich. Rund 70 Prozent des Heizbedarfs fallen zwischen November und März an, und innerhalb dieser Monate steigt der Bedarf mit jedem Grad Aussentemperatur unter dem Heizgrenzwert.

Für das Beispielhaus mit 4300 Kilowattstunden im Jahr ergibt das grob: an einem milden Herbsttag 5 bis 10 Kilowattstunden, an einem normalen Wintertag 15 bis 25, an einem sehr kalten Tag 30 bis 45. Der Wärmepumpe Stromverbrauch pro Tag schwankt damit über die Saison um den Faktor sechs bis acht - eine einzelne Tagesmessung sagt deshalb wenig aus.

Wer den Stromverbrauch Wärmepumpe pro Jahr aus einer Winterwoche hochrechnet, kommt zwangsläufig zu hoch heraus. Belastbar wird die Zahl erst über eine volle Heizperiode.

Die tatsächliche Jahresarbeitszahl liegt fast immer 0,3 bis 0,8 unter dem Prospektwert. Der Hauptgrund ist die Warmwasserbereitung: Sie verlangt 50 bis 60 Grad statt der 30 bis 40 Grad der Heizung, läuft ganzjährig und zieht den Jahresschnitt nach unten.

Der Rechenweg bleibt derselbe, egal ob es um einen Tag, einen Monat oder ein Jahr geht - es ändert sich nur die Heizarbeit, die oben eingesetzt wird.

Was den Verbrauch tatsächlich bewegt

Vier Stellschrauben wirken, und sie sind sehr unterschiedlich stark.

  • Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger verbessert die Arbeitszahl um etwa 2,5 Prozent. Von 55 auf 45 Grad sind das rund ein Viertel weniger Strom - der grösste Hebel überhaupt.
  • Hydraulischer Abgleich. Ohne ihn wird die zu niedrige Wärmemenge in entfernten Räumen durch eine höhere Vorlauftemperatur ausgeglichen. Er ist damit die Voraussetzung für den ersten Punkt, nicht eine Ergänzung.
  • Warmwassertemperatur. 60 statt 50 Grad im Speicher kosten spürbar, weil die Wärmepumpe dafür in einen ungünstigen Arbeitsbereich muss.
  • Heizkurve. Eine zu steil eingestellte Kurve liefert bei milden Temperaturen mehr Vorlauf als nötig - das fällt im Komfort nicht auf und in der Abrechnung sehr.

Ein häufiger Fehler beim Vergleich zweier Angebote ist die Verwechslung von COP und Jahresarbeitszahl. Der COP ist ein Prüfstandswert für einen einzelnen Betriebspunkt, etwa 7 Grad Aussenluft auf 35 Grad Vorlauf. Die Jahresarbeitszahl ist der Mittelwert über das gesamte Jahr, also einschliesslich der kalten Wochen, der Abtauzyklen und der Warmwasserbereitung. Sie liegt in der Praxis deutlich unter dem Katalog-COP, und nur sie taugt für die Verbrauchsrechnung.

Stromverbrauch Wärmepumpe pro Jahr: der Wert je Quadratmeter

Für einen schnellen Vergleich hilft der Bezug auf die Fläche. Ein gut gedämmtes Haus mit Flächenheizung liegt bei etwa 20 bis 30 Kilowattstunden Strom je Quadratmeter und Jahr, ein durchschnittliches Bestandshaus bei 35 bis 50, ein ungedämmtes mit hohen Vorlauftemperaturen deutlich darüber.

Bei 140 Quadratmetern sind das 2800 bis 4200 Kilowattstunden im guten Fall und 4900 bis 7000 im mittleren. Der Stromverbrauch Wärmepumpe pro Jahr lässt sich damit ohne Messung auf eine Spanne eingrenzen. Wer für sein Haus einen Wert deutlich oberhalb dieser Spanne misst, hat in aller Regel kein Gerätethema, sondern ein Hydraulik- oder Einstellungsthema.

Der eigene Wert lässt sich nach der ersten Heizperiode gegenprüfen: Zählerstand am Anfang und am Ende der Saison, Differenz durch die beheizte Fläche. Weicht das Ergebnis stark vom Rechenweg ab, liegt es fast immer an der Vorlauftemperatur oder am Warmwasseranteil, nicht am Gerät.

Was der Strom kostet - und welcher Tarif gilt

Wärmepumpenstrom kann über einen separaten Zähler zu einem günstigeren Tarif bezogen werden. Dafür darf der Netzbetreiber den Betrieb in Spitzenzeiten kurzzeitig sperren, was ein ausreichend dimensionierter Pufferspeicher problemlos überbrückt.

Der Haken: Dieser Tarif konkurriert mit dem Eigenverbrauch aus einer Photovoltaikanlage. Wer viel Solarstrom selbst nutzt, fährt mit einem gemeinsamen Zähler oft besser, weil der günstige Wärmepumpentarif dann nur noch auf den zugekauften Rest wirkt. Diese Rechnung lohnt sich vor der Installation, weil ein zweiter Zählerplatz nachträglich teurer wird.

  1. HeizlastkW
  2. HeizarbeitkWh im Jahr
  3. JahresarbeitszahlFaktor
  4. StrombedarfkWh

Der Katalog-COP gilt für einen Prüfpunkt, die Jahresarbeitszahl für das ganze Jahr.

Von der Heizlast über die Jahresarbeitszahl zum tatsächlichen Strombedarf der Wärmepumpe.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Tag im Winter?

Für ein Haus mit rund 4300 Kilowattstunden Jahresstrombedarf sind es an einem normalen Wintertag 15 bis 25 Kilowattstunden, an einem sehr kalten Tag 30 bis 45. Über die Saison schwankt der Tageswert um den Faktor sechs bis acht.

Warum liegt mein Verbrauch über der Prognose?

Meist an der Vorlauftemperatur. Fehlt der hydraulische Abgleich oder ist die Heizkurve zu steil, arbeitet die Anlage dauerhaft heisser als nötig - jedes Grad kostet rund 2,5 Prozent Arbeitszahl.

Lohnt sich ein eigener Wärmepumpenzähler?

Ohne Photovoltaik fast immer. Mit hohem Eigenverbrauch aus einer eigenen Anlage oft nicht, weil der günstige Tarif dann nur auf den zugekauften Rest wirkt.

Was kostet die Warmwasserbereitung im Jahresverbrauch?

Sie läuft ganzjährig und mit der schlechtesten Arbeitszahl des Systems, weil sie hohe Temperaturen verlangt. Je nach Haushaltsgrösse macht sie 15 bis 25 Prozent des Wärmepumpenstroms aus - der Anteil, der im Sommer als einziger übrig bleibt.

Was bringt ein Wärmepumpentarif?

Er ist günstiger je Kilowattstunde, erlaubt dem Netzbetreiber aber Sperrzeiten von bis zu dreimal zwei Stunden am Tag. Das Gebäude überbrückt diese Zeiten über seine Speichermasse. Voraussetzung ist ein eigener Zähler, dessen Kosten gegen die Ersparnis zu rechnen sind.